EU-Datengrenze für die Microsoft Cloud

Denis Holtkamp

Microsoft hat angekündigt, die Daten von Geschäftskunden mit Sitz in der Europäischen Union (EU) zukünftig exklusiv in der EU zu speichern und zu verarbeiten. Diese Zusage bezieht sich auf die wichtigsten kommerziellen Cloud Angebote von Microsoft: Azure, Microsoft 365 und Dynamics 365. Das Vorhaben soll bis Ende 2022 umgesetzt werden.

Aktuell kann als Speicherort für Kundendaten für viele Microsoft Cloud-Dienste schon die EU oder bestimmte Länder in der EU wie Deutschland, Frankreich oder eines von 11 weiteren Ländern ausgewählt werden. Allerdings gibt es derzeit noch Dienste, die Daten außerhalb der EU verarbeiten. Einerseits sind dies spezielle Dienste von Microsoft 365 oder Azure. Andererseits betrifft dies die Verarbeitung von Telemetriedaten oder den Transfer von Daten außerhalb der EU zu anderen Zwecken, beispielsweise zur Bearbeitung von Support-Anfragen.

Noch ist der Ankündigung von Microsoft nicht zu entnehmen, wie diese Lösung technisch und juristisch umgesetzt wird. Microsoft hat sich in den dazugehörigen „Frequently Asked Questions“ aber bereits dazu verpflichtet, dass auch die neue Lösung konform zur Datenschutzgrundverordnung und zu den überarbeiteten Standardvertragsklauseln sein wird. Darüber hinaus hat sich Microsoft bereits 2020 mit der Initiative „Defending Your Data“ dazu verpflichtet, regelmäßig Anfragen von staatlichen Stellen anzufechten, wenn es einen rechtlichen Anlass dazu gibt.

Um die EU-Datengrenze für die Microsoft Cloud zu verwenden, müssen Sie weder einen Antrag stellen noch zusätzliche Kosten tragen. Diese Umstellung nimmt Microsoft automatisch für alle Geschäftskunden in der EU vor. Microsoft hat angekündigt, im Herbst diesen Jahres weitere Details (Update vom 01.10.2021) zu veröffentlichen. Es bleibt also spannend!

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