Kugel, Kugel in der Hand, Projektleiter haben bald welchen Stand?

Christina de Vries

Das Projekt Magazin hat zur Blogparade unter dem Titel „Projektleiter 2030 – längst abgeschafft oder Schaltzentrale der digitalen (Projekt-)Welt?“ aufgerufen.

2030. Das ist in zwölf Jahren. Als Orwell „1984“ schrieb, da hatte er 35 Jahre Vorlauf. Film und Buch zu „2001: Odyssee im Weltall“ entstanden 1968, satte 33 Jahre vor dem Titeljahr. Als Marty McFly im zweiten Teil von „Zurück in die Zukunft“ im Jahr 2015 landete, war es eigentlich 1989. All diese Zukunftsszenarien sind nicht eingetreten. Nur Star Trek, das 1966 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, kann noch auf das Wahrwerden seiner Vorstellung vom 23. Jahrhundert hoffen. Wie sagt man die Zukunft voraus? Schlagen Prognosewerkzeuge das Bauchgefühl? Und wenn doch schon das Wetter für nächste Woche nicht sicher ist, wird dann nicht eh alles anders? Wenn ich an „Projektleiter 2030“ denke, dann denke ich eher in Wünschen und Ideen, gar nicht so sehr in Voraussagen. Dabei drängen sich drei Aspekte in den Vordergrund:

Wissen statt Glaube

Die breite Masse wird Projektmanagement kennen und grundsätzlich verstanden haben. Man wird verinnerlicht haben, dass agile und traditionelle Projektvorgehensweisen friedlich co-existieren können, ihre Anwendungsfälle und somit auch ihre Berechtigung haben. Man wird wissen, wann man was nutzt, und nicht mehr glauben, dass traditionelle Vorgehen keine Veränderungen zulassen oder agile Vorgehen keine Planung vorsehen.

Vielfalt statt Gleichheit

Es wird selbstverständlich sein, dass „Schema F“ in vielen Bereichen keine Option mehr ist. Statt eines festen Vorgehens wird es eine Auswahl an erfolgreich erprobten Methoden und Werkzeugen geben, die sinnvoll kombiniert und kontextbezogen angewendet werden. Dabei wird es für alle völlig normal sein, diese fortlaufend weiterzuentwickeln und bei Bedarf zügig auszutauschen, wenn sich die Gegebenheiten entsprechend ändern.

Begleitung statt Steuerung

Projektmanagement wird als Methodenkompetenzen schon Kindern gelehrt, um Vorhaben systematisch, ressourcenschonend und zielorientiert umsetzen zu können. Daher werden immer mehr Menschen Projektmanagement anwenden können, so dass es in Unternehmen und Institutionen immer weniger darum gehen wird, feste Projektleitungen und -Organisationen zu etablieren. Stattdessen werden die Unterstützung und Vernetzung selbstorganisierter Teams – horizontal wie vertikal – in den Vordergrund rücken. Dabei wird es immer wichtiger werden, Wege zu bereiten und zu begleiten – für den Einzelnen, das Team, die gesamte Organisation und das Umfeld. Wir werden uns auf die Menschen fokussieren und die Gefüge, in denen sie sinnstiftend arbeiten und leben. 

Aber das Wichtigste bleibt weiterhin: Packen wir's einfach an, gestalten wir unsere Zukunft doch selbst. Jetzt.

Weitere Beiträge zur Blogparade „Projektleiter 2030 – längst abgeschafft oder Schaltzentrale der digitalen (Projekt-)Welt?“ gibt es hier beim Projekt Magazin.